Programme

Wer so ernste, schwere Themen, so gekonnt und eindringlich interpretiert, gehört zu den großen Ausnahmen im Musikgeschäft (Deutschlandradio)

Weitab von Romantik und sentimentaler Heimatduselei singt und spielt die Bremer Gruppe "Die Grenzgänger" Geschichten aus dem Alltag der "kleinen Leute". Mit Cello, Akkordeon und zwei Gitarren zaubern die vier Musiker ein ganzes Musikuniversum auf die Bühne, mit Anklängen von Jazz, Folk, Gypsy-Swing, Weltmusik. Die fünffache Auszeichnung mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik zeugt von dem hohen Niveau ihrer künstlerischen Arbeit: Sechs Programme gibt es mittlerweile, immer mit viel Witz, und Spielfreude und deutlichem Bezug zum aktuellen Geschehen:

Brot und Rosen

Von der Liebe und ihren Bedingungen im Alltag

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Mit Cello, Akkordeon und zwei Gitarren zaubert das Quartett um den Bremer Liedermacher Michael Zachcial Lieder und Geschichten von der Liebe aus acht Jahrhunderten auf die Bühne: Von Leichtmatrosen und gefallenen Mädchen, Königskindern und falschen Nonnen, Märchen aus uralten Zeiten, gebrochenen Herzen aber ewiger Treue.

Ein Feuerwerk der Leidenschaften von Dur bis Moll: Hinein in die Werkhallen der großen Fabriken führt die Strasse der Romantik, wo sich das Volkslied zum Großstadt-Chanson wandelt, Kammermusik auf Swing, Folk & Jazz trifft und das Poesiealbum zur Kabarett-Fundgrube wird.

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Die Grenzgänger feiern den Mut und die Zivil-Courage der vielen tausend Menschen, die sich gegen eine unmenschliche Diktatur wehrten. Sie singen und spielen Lieder und Texte aus den Lagern und Gefängnissen des NS-Staates und dem Widerstand gegen das Hitler-Regime.

Angefangen bei den "Moorsoldaten" und dem "Buchenwaldlied" bis zu "Wir zahlen keine Miete mehr" führen die Lieder mitten hinein in die Gedanken und Gefühle der Gefangenen, feiern ihren Mut, ihren Überlebenswillen, ihre Menschlichkeit: "...sind wir doch, die hier bleichen, der Heimat stärkste Wacht"! (O Bittere Zeit)

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Maikäfer Flieg (Erster Weltkrieg)

Verschollene Lieder 1914-1918

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100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs präsentieren Die Grenzgänger ihr siebtes Programm mit Liedern aus dem Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg: Fast 3000 Lieder wurden zusammen mit mehr als 50 Freiwilligen Helfern ausge-wertet und die wichtigsten davon mit allen musikalischen Wassern der letzten hundert Jahre gewaschen und sorgfältig entstaubt.

Bei der Premiere auf dem Festival Musik und Politik in Berlin erklang erstmals die Original-Version von Lili Marleen, die Hans Leip 1915 selbst auf einem Zettel skizziert hatte. Soldaten dichteten auf einen 1913 komponierten Operettenschlager  von Jean Gilbert, dessen Melodie dem späteren Welthit "In the mood" erstaunlich nahe kommt. ein Lied gegen den Krieg,  selbst Ralph Siegel bediente sich bei einem Anti-Kriegs-Lied und dichtete darauf sein sentimentales „Du kannst nicht immer 17 sein!“. Dazu kommen viele anonym gebliebene Menschen mit ihren Liedern und ihrem Witz zu Wort, die sich einen Reim auf eine Welt machten, die in Flammen aufging.

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Es war einmal eine Zeit ohne Fernsehen, Gameboy und Playstation: Da hatte die Oma im hohlen Zahn ein Radio, hüpften totgeschossene Hasen fröhlich auf und davon, wanderten Gänse nach Amerika aus, stapelten sich Vogel und Ei an Zweig und Ast zu kniffligen Zungenbrechern und die vertracktesten Rhythmen waren kinderleicht. Lang vergessene deutsche Kinderlieder von anno dazumal, aus Kellern und von Dachböden geholt, mit viel Liebe zum Detail entstaubt und mitreißend gespielt auf Cello, Banjo, Geige, Gitarre, Mandoline und Akkordeon. Arrangiert und inszeniert für ein heutiges Kinderpublikum und ihre Mamas, Papas, Omas und Opas .

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Bettlerbankett

Etwas besseres als den Tod finden wir überall

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Ein Konzert mit Liedern und Geschichten vom Leben auf der Straße, verschlossenen Türen und dem Hunger nach einem besseren Leben. Fängt die Freiheit wirklich erst an, wenn man nichts mehr zu verlieren hat? "Etwas Besseres als den Tod finden wir überall", sagten Esel, Hund, Katze und Hahn und stürmten durch die Fensterscheibe, um die Räuberbande zu verjagen!
Die Grenzgänger mischen Lieder aus dem Rinnstein von Anfang des 19. Jahrhunderts, Schuberts Winterreise, uralte und neue Bettel- und Bänkellieder zu einer mitreißenden Musik zwischen Brahms, Blues & Boogie, Tom Waits und Bob Marley.

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Keine Bange Leschinsky

Kapp-Putsch und Generalstreik März 1920

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Im Anschluß an den „Kapp-Putsch“, bei dem im März 1920 Freikorpssoldaten mit dem Hakenkreuz am Stahlhelm eine Militärdiktatur in Deutschland errichten wollten, kam es in Deutschland zu der größten Aufstandsbewegung seit den Bauernkriegen des 16. Jahrhunderts. Christen, Sozialdemokraten, Anarchisten und Kommunisten haben gestreikt, und als auf sie geschossen wurde, griffen sie zu den Waffen.

Gemeinsam mit dem Duisburger Volksänger und Liedersammler Frank Baier, der in den siebziger Jahren noch Überlebende von damals getroffen hatte und dabei Lieder und Texte vor dem Vergessen rettete, erinnern die Grenzgänger an die „Märzrevolution 1920“. Die Niederschlagung des Aufstands und die damit einhergehende Ermordung von über 1000 Arbeitern war lange vor 1933 der Anfang vom Ende der Weimarer Republik.

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Knüppel aus dem Sack

Deutschlandlied und Hoffmann von Fallersleben

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Hoffmann von Fallersleben war wohl der populärste Sänger der Revolution von 1848. Obwohl seine Lieder lange Zeit in aller Munde waren, ist er heute nahezu vergessen. Doch seine Zivilcourage, seine frechen Verse auf Obrigkeit, Polizei und kleingeistige Landsleute wirken auch heute noch unglaublich aktuell. Von "Deutschland, Deutschland über alles" bis zu "Ein Männlein steht im Walde" zelebrieren die Grenzgänger eine grandiose und höchst unterhaltsame Auseinandersetzung mit "dem deutschen Wesen, an dem dereinst die Welt genesen" sollte – das Programm zur Deutschen Wiedervereinigung schlechthin!

Denn anders geworden ist die Welt / es leben andere Leute
was gestern noch stand, heute schon fällt / was gestern nicht galt, gilt heute
und wer nicht die Kunst in unserer Zeit / weiß gegen die Zeit zu richten
der werde nun endlich bei Zeiten gescheit / und lasse lieber das Dichten
(Hoffmann von Fallersleben) 

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Beginnend bei den mehr als sechs Millionen deutschen Auswanderern nach Amerika und endend im wiedervereinigten Deutschland, nehmen die Grenzgänger ihr Publikum mit auf eine gleichermaßen unterhaltsame wie hintergründige Zeitreise durch die deutsche Geschichte. Da hausen deutsche Auswanderer mitten in New York in einem völlig überfüllten Kellerloch, ernähren sich von Abfällen und schicken ihre Kinder zum Betteln auf die Straße. Ein (deutscher) Asylant wird Innenminister (in Amerika) und der eigene Urgroßvater zum "Wirtschaftsflüchtling". Tango, Jazz, Blues und viele andere Musikstile entstehen durch die Vermischung der Kulturen.

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