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Zwei atemberaubende Stunden: wie ein Schmelztiegel verschiedener Stile. Und die Handhabung des großen Instrumentariums zeigt virtuoses Können ...

Die Rheinpfalz
Pressestimmen

Stehende Ovationen und Zugaben-Rufe

Samstag, 20. März 2010, in: Pressestimmen

Pressestimmen

Strasse freiEine der Vergnügungen auf Tournee ist es, spät in der Nacht nachzuschauen, ob nicht die morgige Zeitung schon einen Bericht über das gestrige Konzert enthält. Und tatsächlich werde ich gerade fündig: Über das Auftaktkonzert in Duisburg-Walsum schreibt die WAZ:

"Geschichte kann öde und trocken sein, aber nicht, wenn sie in einem musikalischen Gewand daherkommt. Die modernen Interpretationen von Liedern über die Märzrevolution in der Weimarer Republik vor 90 Jahren, bewegten das Publikum in der Gesamtschule Walsum.

Ruhrpott-Legende Frank Baier und das Bremer Quartett „die Grenzgänger“ spielten Lieder über die letzte große Revolte und den einzigen Generalstreik in Deutschland. 1920 ist lange her, aber die Texte sind immer noch brandaktuell. Der Titel „Bonzen“ von Oskar Kanehl klang wie gemünzt auf die Wirtschaftskrise. „Da hätte der Ackermann Spässken, wenn er uns hier singen hören könnte“, scherzte Frank Baier. Die Melodien der Lieder haben die Musiker beibehalten, aber die Stücke zeitgerecht arrangiert. Es sind echte Ohrwürmer geworden, die vom Kampf für Freiheit und Demokratie erzählen.

Von Beginn an war das Publikum Feuer und Flamme für das vierköpfige Musikergespann auf der Bühne. Stehende Ovationen, Pfiffe, Zugaben-Rufe gab es für die Künstler nicht nur am Ende des fast zweistündigen Auftritts. Die Stimmung der Konzertbesucher hätte nicht besser sein können. Besonders Michael Zachcial, das Sprachrohr der Band, tat sich im intensiven Kontakt mit dem Publikum hervor. Der Titel „Frühling im Revier“ behandelte das Thema Schüler. Und schon hatte der Leadsänger die Schüler der Gesamtschule im Visier. Ob sie gerne Hausaufgaben machen, fragte Zachcial. „Nein“, schallte es prompt zurück. Dann hakte er nach, ob sie lieber die Schule abreißen wollen. Ein lautstarkes „Ja“, war die Antwort.

Aber nicht nur auf historischen Pfaden wandelten die Musiker. Lieder von Rio Reiser und der grandiose „März-Rap“ gehörten ebenso zum Programm wie das volkstümliche Liedgut.

WAZ, 19.3.2010


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