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| Die Kunst der Grenzgänger sprengte bei weitem den Rahmen dessen, was man sonst so von Kulturfördervereinen geboten bekommt. Kleinkunst war das nicht mehr, das war schon größte Kunst.
Schleswig-Holsteinische Landeszeitung |
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Freitag, 17. März 2006 Mit seiner Pelzmütze und den von der Kälte geröteten Wangen sieht Frank Baier fast aus wie ein Rotarmist. "Wir machen hier Wurzelpflege", sagt Baier. Aus der Manteltasche zieht er ein altes Foto. Zwei Reichswehrsoldaten posieren mit geschulterten Karabinern stolz vor ihrer Feldhaubitze. Im Hintergrund das Rathaus Duisburg-Hamborn. Der riesige wilhelminische Steinklotz hat sich seitdem wenig verändert. Nur stehen heute zwei andere Männer davor, bewaffnet mit Gitarre und Ukulele. Michael Zachcial und Frank Baier singen den Titelsong ihrer neuen CD "1920".
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Freitag, 17. März 2006 Die Lieder des Pöbels
1920. Kurz, und knapp und trotzdem sperrig ist dies der Titel der CD, die die Bremer "Grenzgänger" in Zusammenarbeit mit dem Duisburger Volkssänger Frank Baier herausgebracht haben. Es sind Lieder und Texte aus dem Ruhrkampf, dem nahezu vergessenen Aufstand im Frühjahr vor 86 Jahren. Ein umfangreiches Booklet informiert über die Texte und ihre Autoren, die historischen Hintergründe und die Musiker. Wir sprachen mit Michael Zachcial und Frank Baier über die Produktion, in der Arbeiterlieder musikalischen Formen wie Chanson, Sprechchor, Samba, Jazz, Reggae und Rap begegnen.
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Mittwoch, 15. März 2006 CD und Konzert
Märzrevolution 1920 im Ruhrgebiet? Nie gehört? Kein Wunder, denn dieser Aspekt unserer Heimatgeschichte ist immer noch weitgehend ein Tabu. Nach dem rechtsradikalen Kapp-Putsch, der die junge Weimarer Republik beseitigen wollte, war es weitgehend dem Widerstand der Arbeiter insbesondere im Ruhrgebiet zu verdanken, dass die nach Stuttgart ge-flüchtete, rechtmäßige Regierung wieder an die Macht gelangen konnte. Doch nun ließ dieselbe SPD-Regierung dieselbe Reichswehr, die eben noch gegen sie geputscht hatte, auf die Arbeiter schießen. Es gab etwa 1000 Tote, meist vom Militär ermordete Zivilisten, es wurden Folterkeller er-richtet und öffentliche Erschießungen veranstaltet, bei denen sich die Verurteilten ihr eigenes Grab schaufeln mussten, wie später bei der SS und dem Vernichtungskrieg der Wehrmacht in Osteuropa.
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Mittwoch, 15. März 2006 Die Grenzgänger & Frank Baier erinnern musikalisch an den März-Aufstand des Jahres 1920
Essen: Der März-Aufstand des Jahres 1920 ist immer noch die vergessene deutsche Arbeiter-Revolution. Der rechtsreaktionäre Kapp-Putsch gegen die Weimarer Republik, der am 13. März begann und die SPD-Reichsregierung in Berlin zur Flucht zwang, war der Auslöser: Erst als aufständische Arbeiter einen Generalstreik gegen die frühen Hakenkreuz-Truppen organisierten, wurde der Kapp-Putsch in die Knie gezwungen. Am Ende ließ die zurückgekehrte SPD-Reichsregierung die 50.000 Soldaten der "Roten Ruhrarmee", von der sie gerettet worden war, entwaffnen, zum Teil hinrichten - nicht selten von jenen Militärs, die beim Putsch dabei waren. Man spricht von über 1000 Toten. Am 19. März wurden Essen und Remscheid mit einer Einkreisungsschlacht gestürmt: die Entscheidung.
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Mittwoch, 01. März 2006 Politisch Lied, ein garstig Lied - sagte man früher und heute - Die Grenzgänger und Frank Baier haben sich des Themas der Märzrevolution 1920 im Ruhrgebiet angenommen, herausgekommen ist ein mehr als hörenswerter Beitrag zur Geschichte Deutschlands - ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit einer gewissen Portion Aktualität. Ähnlichkeiten sind aber "rein zufällig": "Völker hört die Zentrale".
VÖLKER HÖRT DIE ZENTRALE
Im Deutschlandradio Kultur hörten Sie "Die Grenzgänger & Frank Baier" mit "Völker hört die Zentrale", getextet 1924 - zu finden auf "1920 - Lieder der Märzrevolution".
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